Weniger ist mehr: Warum Mikro-Influencer die Zukunft sind

Influencer-Marketing ist als Kommunikationstool für Unternehmen nicht mehr wegzudenken und wird in den nächsten Jahren noch mal stark an Fahrt aufnehmen. Schätzungen zufolge sollen in den USA bis 2022 etwa 10 Milliarden Dollar nur durch Influencer-Marketing umgesetzt werden. Eine Studie des Bundesverbands für Digitale Wirtschaft aus dem Jahr 2019 zeigt, dass jeder fünfte Deutsche schon mal ein Produkt gekauft hat, das ihm durch einen Influencer empfohlen wurde.

Die Trendanalysen zeigen aber auch ganz klar: Es gibt einen Wandel. Fehlende Transparenz und Fake-Follower haben in den letzten Jahren stark an dem Image der digitalen Meinungsmachern geknabbert. Wo es früher hieß: Hauptsache viele Follower, wird jetzt auf Engagement mit den Followern gesetzt. Kein Wunder also, dass immer mehr Unternehmen auf Mikro-Influencer setzen.

Was sind Mikro-Influencer
Gerne würden wir euch hier eine allgemeine Definition geben. Leider sind die Definitionen etwas schwammig und stark schwankend. Einige bezeichnen Mikro-Influencer als Blogger mit 10.000-50.000 Followern, andere von 250-5.000 Followern. Wieder andere Agenturen bezeichnen sogar Influencer mit bis zu 100.000 Followern noch als Mikro-Influencer. Nina Zimmermann, Geschäftsführerin der Content- und Influencer-Marketing-Plattform “Brands you love” sagt sogar, dass der durchschnittliche Mikro-Influencer nur etwa 350 Follower hat. Ihr seht: Gar nicht so einfach mit der Definition.

Eine Sache haben jedoch alle Definitionen gemeinsam: Ein Mikro-Influencer hat eine hohe Engagement-Rate (Likes, Kommentare, Shares), treue Follower und ist Experte in seiner Nische.

Engagement schlägt Followerzahl
In den letzten Jahren wurden Influencer hauptsächlich nach der Followerzahl ausgewählt. Der Gedankengang erscheint logisch: Viele Follower bedeutet, dass viele Menschen auf mein Produkt aufmerksam gemacht werden. Natürlich beeindrucken 100.000 Likes auf einem Instagram Bild von Dagi Bee. Setzt man das aber in Relation zu 6.1 Millionen Followern, so sind das gerade mal 1.6 %. Ganz anders sieht das bei Mikro-Influencern aus. Hier ist die Engagement-Rate um einiges höher, vor allem auch durch den meist sehr persönlichen Austausch. Natürlich ist es auch viel einfacher auf 30 Kommentare authentisch und ehrlich zu antworten, also auf 500 Kommentare, die im Sekundentakt eintrudeln.

Das zeigt auch die Instagram Studie von Digiday UK . Die Interaktionsrate sinkt signifikant, je mehr Follower ein Nutzer hat:

  • 8,0 % Interaktionsrate ⇒ unter 1.000 Follower
  • 4,0 % Interaktionsrate ⇒1000 bis 10.000 Follower
  • 2,4 % Interaktionsrate ⇒100.000 bis 100.000 Follower
  • 1,7 % Interaktionsrate ⇒ über 1 Mio. Follower

Vertrauen ist King
Die größte Herausforderung im Influencer-Marketing ist die Glaubwürdigkeit. Es bringt nichts 500 – 1000 € für einen Post zu bezahlen, nur damit ein bekannter Influencer Werbung für ein Produkt macht, das gar nicht zur Zielgruppe passt. Wir müssen uns deshalb zwei Fragen stellen. Was ist glaubwürdiger: Traditionelle Werbung oder die Empfehlung eines guten Freundes? Und wem würdest du eher vertrauen? Ein Influencer, der jeden Tag ein neues Produkt zu seinem „It-Piece“ zählt oder ein Influencer, der Experte auf seinem Gebiet ist? Denn genau hier liegt die Stärke von Mikro-Influencern. Sie werden als Experten für eine bestimmte Nische wahrgenommen und erreichen oft spezifische Zielgruppen. Das erhöht den Trust-Faktor in der Community um ein Vielfaches.

Unser Tipp an Unternehmen
Größe ist nicht alles. Wählt eure Influencer passend zur Zielgruppe aus und fragt euch immer: „Was ist die wirkliche Reichweite meines Influencers?“.

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