Warum es gut ist, wenn Instagram Likes verschwinden würden

Instagram dominiert die sozialen Netzwerke wie kein anderes. 400 Millionen aktiver User pro Monat. 40 Milliarden geteilte Fotos. 3,5 Milliarden Likes am Tag. Wir laden Fotos hoch, kommentieren, lassen uns inspirieren und motivieren. Wir gründen Communitys, finden Freunde und teilen unser Leben mit der ganzen Welt. Aber das alles hat seinen Preis. Die inoffizielle Währung der Generation #picoftheday: Likes und Follower.

Wie Likes unser Social Media Verhalten bestimmen

Likes gehören zu Instagram wie Fischbrötchen zur Ostsee. Sie entscheiden über Relevanz von Beiträgen und Nutzern und sind vor allem für sogenannte Influencer eine wichtige Kennzahl ihres Erfolges. Der Haken an der Geschichte: Oftmals werden Beiträge gerade dann noch mehr geliked, wenn sie ohnehin schon viele Likes vorweisen. Die meisten werden es schon einmal selbst bei sich beobachtet haben: wir folgen einem sehr guten Account nicht, nur weil er wenig Follower hat. Kann ja nicht gut sein. Wo es früher hieß: „Content is king“, bestimmen jetzt Like- und Followerzahlen wem wir folgen und was wir liken. Das Ergebnis: Instagram verkommt zu einem Einheitsbrei. Niemand versucht mehr wirklich aus der Reihe zu tanzen. Wir kaufen Pre-Sets von erfolgreichen Influencern, nur damit unser Feed aussieht wie der von 300 anderen.

Ein Instagram ohne Likes

Die Gerüchte hingen schon länger in der Luft. Seit Mittwochabend steht die Social Media Welt endgültig Kopf. Denn ab sofort läuft in sieben Ländern eine Testversion der Instagram-App, die nicht mehr anzeigt, wie viele Menschen ein Foto geliked haben. Instagram möchte laut eigenen Angaben, dass durch das Verbergen der Like-Anzahl der Content wieder in den Vordergrund rückt. Wann die Neuerung auch in Deutschland greifen, steht noch nicht fest.

Warum ist das aber nun gut für uns?

War Instagram früher nur ein buntes Fotoalbum, löst es bei vielen Nutzern mittlerweile pure Stressgefühle aus. Der Druck möglichst viele Likes zu erhalten bringt ungesundes Wettbewerbsdenken hervor und löst teilweise sogar Depressionen aus. Instagram will mit den Neuerungen den Nutzern den Druck nehmen und den Fokus wieder auf das Wesentliche lenken: Content und Community. Ein angenehmer Nebeneffekt: Endlich könnte Schluss sein mit dem Einheitsbrei auf Instagram und die Kreativität wieder aufleben.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top
X