Die Stolpersteine im Influencer-Marketing

Fake-Follower und fehlende Transparenz: Man könnte meinen, dass sich der Influencer-Marketing-Trend langsam, aber sicher im Sand verläuft. Wer unseren Blog und aktuelle Studien fleißig folgt, weiß aber: Dem ist nicht so, ganz im Gegenteil. Auch in den nächsten Jahren werden die digitalen Meinungsmacher eine große Rolle im Marketing spielen. Und es klingt ja auch recht simpel: Man nehme sich einen großen Influencer, überlässt ihm ein Produkt, bezahlt ihn für Postings, Videos und Instagram Storys und schon erreicht man eine große Bandbreite an zukünftigen Kunden. Warum es dann doch nicht ganz so einfach ist und was alles schief gehen kann, wollen wir euch heute mal zeigen.

Falsche Reichweite & Zahlen
Lasst euch nicht von Zahlen täuschen. Mit der steigenden Bedeutung von Influencern als „Kommunikationstool“ ist auch der Anteil der Fake-Influencer massiv gestiegen. Um sich lukrative Verträge mit Unternehmen zu sichern, müssen Influencer eine gewisse Popularität aufweisen. So liegt zum Beispiel die magische Grenze auf Instagram bei 10.000 Follower. Wer diese Hürde erreicht hat, erhält zusätzliche Funktionen und erhöht seinen Marktwert. Nicht wenige Influencer versuchen zu tricksen, indem sie sich Likes, Follower und Kommentare kaufen. Das sieht auf den ersten Blick verlockend aus, wird euch für eure Kampagne aber nichts bringen, da die echte Reichweite und das Engagement fehlen.

Falsche Zielgruppe
Stellt euch eine Frage: Wollt ihr einen Influencer, der einfach nur viele Menschen auf euer Produkt aufmerksam macht oder wollt ihr die Follower zu echten Kunden umwandeln? Ich vermute Letzteres. Deshalb ist es unwahrscheinlich wichtig, dass euer Unternehmen/Produkt, der Influencer und die Zielgruppe zusammenpassen. Als Beispiel: Ihr seid ein Autohaus in der gehobenen Klasse und habt euch einen großen Beauty- & Mode-Blogger mit vielen (echten) Fans herausgesucht, der hauptsächlich junges Publikum anspricht. Werdet ihr dieses Publikum zu Kunden für eure Luxusmarke machen? Vermutlich eher nicht. Auch hier gilt: Qualität vor Quantität. Ein kleinerer Account mit hochwertigem Content, der aber genau eure Zielgruppe anspricht, kann mehr Käufe generieren, als ein großer Account mit der falschen Zielgruppe.

Glaubwürdigkeit
Wer für ein Produkt wirbt, muss aber Glaubwürdigkeit ausstrahlen. Hier kommen gleich zwei Punkte zum Tragen. Zum einen: Passt der Influencer zu meinem Produkt? Ein Blogger, der jede Woche drei Flugreisen macht und auf jedem Bild mit einem Coffee-To-Go Becher zu sehen ist, wird unter Umständen nicht der richtige Ansprechpartner für nachhaltige Produkte sein. Zum anderen: Hat der Influencer genügend Informationen über das Produkt, mein Unternehmen, Herstellungsprozesse, Zahlen und Tipps zum Handling? Deshalb unser Tipp: Stellt denen so viel Hintergrundwissen wie möglich zur Verfügung, dann kann der Blogger auch glaubwürdig werben.

Wie finde ich einen passenden Influencer?
1. Prüft die Kommentare unter den Posts. Wenn die Kommentare nur aus Emojis bestehen und nicht nach echten Menschen und „Engagement“ klingen, sollten bei euch die ersten Warnsignale angehen.

2. Macht es euch einfach und nutzt Tools: SocialBlade analysiert zum Beispiel das Follower-Wachstum. Mit IG-Audit kann der Prozentsatz der tatsächlichen Follower ermittelt werden.

3. Ein Tipp, der mit Vorsicht zu genießen ist: Habt ein Auge auf die „Following/Follower-Verhältnisse“. Liegt das bei etwa 1:1 könnten unter Umständen Bots verwendet werden, um anderen Accounts zu folgen und schneller an Follower zu kommen.

4. Die Anzahl der Posts sollte zur Menge der Follower passen. Bei 17 Posts und 15.000 Followern kann irgendwas nicht stimmen.

5. Gibt es eine aktive, engagierte Community, die sich wirklich für den Influencer interessiert? Die Engagement-Rate sollte bei mindestens einem Prozent liegen. Mehr dazu findet ihr in unserem vorigen Post.

6. Habt auch ein Auge auf die verwendeten Hashtags. Passen sie zu dem jeweiligen Post oder werden hauptsächlich Hashtags wie #follow4follow verwendet?

7. Die Qualität des Contents sollte zu euren Ansprüchen passen und gleichbleibend hoch sein.

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